Mitgliederwerbung

Brände an Verkehrsmitteln

Auf Grund der unzahl von verschiedenen Verkehrsmitteln liegt in diesem Artikel der Schwerpunkt auf dem PKW als Verkehrsmittel.

Einleitung

Jeder kennt sie von uns fast täglich aus Film und Fernsehen: eine waghalsige Autoverfolgungsfahrt und ein Auto stürzt einen Felshang hinunter oder kracht mit einem anderen Fahrzeug zusammen und explodiert dann mit einem mächtigen Feuerball.
So werden Autobrände meist im Film dargestellt.
Und fast nichts ist wahr daran, denn Autos explodieren nicht!

Wissenschaftliche Untersuchungen

Aus Statistiken ergibt sich, dass 80 bis 90 Prozent der Autobrände im Bereich des Motors beginnen.
Versuche haben ergeben: Wenn die Fahrgastzelle beim Unfall intakt geblieben ist, dauert es etwa 10 bis 20 Minuten bis zum Brandübergriff. Bei sofortiger Alarmierung der Feuerwehr besteht also in diesem Fall die reelle Chance für die Rettung eingeklemmter Personen vor dem Flammentod.
Wenn die Fahrgastzelle jedoch offen ist (z. B. aufgesprungene Türe, kaputte Scheibe), ist es sehr kritisch, da der Flammenüberschlag bereits innerhalb von 1-2 Minuten erfolgen kann. Bei Unfällen auf Autobahnen und in exponierter Lage kommt daher fast jede noch so schnelle Feuerwehr zu spät.
Das sind in der Regel die Verbrennungstoten, über welche wir dann in der Zeitung lesen.

Soforthilfe ist notwendig

Diese Überlegungen zeigen bereits, wie wichtig eine sachkundige Soforthilfe bei Autobränden ist. Die am Unfallort Anwesenden müssen den Brand in seiner Entstehungsphase so rasch als möglich mit Handfeuerlöschern bekämpfen.
Das ist bekanntlich auch so eine Sache für sich, denn meistens ist kaum ein brauchbarer Feuerlöscher vorhanden oder aber die agierende Person kann ihn nicht ordnungsgemäß bedienen. Eine Mindestausrüstung für einen PKW stellt ein 2 kg ABC-Pulverlöscher dar

Was kann bei einem PKW Brennen?


Abgesehen von den Kraftstoffen (Benzin, Diesel, Gas) sind in jedem Auto brennbare Lacke, Schmierstoffe und Hydraulikflüssigkeiten vorhanden. Dazu kommt eine ganze Palette von brennbaren Kunststoffen, welche als Isolationsmaterialien und für die Innenausstattung verwendet werden. Dieser steigt vor allem mit zunehmendem Luxus immer mehr an beträgt heute schon fast ein Viertel des gesamten Werkstoffanteils. Durch die hierbei entstehenden Verbrennungsprodukte ist auch bei diesen Einsätzen das tragen von Atemschutz notwendig.

Brandursachen bei benzinbetriebenen Kraftfahrzeugen.

  • 42% Vergaserbrand
  • 31% Kabelbrand
  • 16% Motorbrand
  • 7% Treibstoffleitung
  • 4% Sonstige


Mögliche Zündquellen

Wie kann es zu einem PKW-Brand kommen?
Grundsätzlich kann in mechanisch erzeugte Zündenergien (z. B. Reibungswärme beim Reifenbrand), thermische Zündquellen (z. B. heißer Auspuff), elektrische Zündquellen (z. B. Kurzschluss durch beschädigte Isolationen) und Brandstiftung unterschieden werden.

Einsatzgrundsätze


Vor allem beim Bruch einer Benzinleitung oder beim Aufplatzen eines Treibstofftanks herrscht höchste Alarmstufe. Bei Zündung kann es nämlich zu einem starken Initialbrand kommen, der meist nicht mehr gelöscht werden kann. In diesem Fall muss daher sofort der Brandschutz sichergestellt werden. Am besten durch Abdeckung des freigesetzten Treibstoffs mit einer Schaumdecke bzw. einem emulgierenden Löschmittel. Dazu können Handfeuerlöscher bzw. kleine Löschaggregate dienen, wie sie in zunehmendem Maße in Voraus- und Kleinrüstfahrzeugen verwendet werden.

Im Falle einer Benzinfreisetzung sind also alle Zündquellen penibelst zu vermeiden. Man bedenke: Das Rauchen eines geschockten Unfallopfers kann leicht zu einem Himmelfahrtskommando für alle Anwesenden werden. Da nach einem Autocrash vor allem die Gefahr eines elektrischen Zündfunkens durch die bordeigene Elektroanlage nicht ausgeschlossen werden kann, muss als erstes die Batterie abgeklemmt werden. Dieses muss daher eine automatische Sicherungsmaßnahme bei jedem Einsatz sein!

Wie steht es aber mit der Gefahr einer Explosion? Abgesehen von Sprengexplosionen, welche höchstens beim Transport von Sprengmitteln in Fahrzeugen auftreten können (großes Problem!), ist theoretisch noch eine Raumexplosion denkbar. Diese tritt bei der Zündung eines vorhandenen Gas(Dampf)-Luft-Gemisches auf, was insbesondere bei gasbetriebenen Fahrzeugen zu Problemen führen könnte. Die Nutzung von Flüssiggas als Antriebsenergie ist eine Technologie von gestern, dieser Aspekt wird jedoch durch die zunehmende Verwendung von Erdgas als Energieträger beim Antrieb von Stadtautobussen und Personenkraftfahrzeugen bedeutsam.

In der Praxis kann es bei ausgedehnten Autobränden allerdings auch zu einem Behälterzerknall (vor allem des Reserve-Benzinkanisters und ev. an Bord befindlicher Druckgaspackungen ( z.b. Feuerlöscher) sowie Öldruckfedern etc.) kommen. Da es sich dabei in der Regel um einen ausgewachsenen Vollbrand handelt, ist die zu erwartende zusätzliche Stichflammenbildung eher zu vernachlässigen. Auch bei Platzen bzw. Abschmelzen eines Benzin-Kunststofftanks ist mit einer Flammenausbreitung, aber nicht mit Feuerbällen - á la James Bond - zu rechnen.

Anders ist es bei gasgetriebenen Fahrzeugen. Hier ist in den Tanks ein Überdruckventil eingebaut, damit es nicht zu einem Behälterzerknall kommen kann. Über dieses Ventil wird das Gas bei zu hohem Druck abgeblasen. Dieses wird dann ähnlich einer Gasfackel abbrennen.

Hierzu ein Artikel aus dem Schweizer Tagesanzeiger vom 08.02.05.:

" Ein Crash und Feuertest des ADAC zeigt: in Punkto Sicherheit sind Erdgasautos Benzinern ebenbürtig.

Ein Frontal-Crash ist mit einem erdgasbetriebenen Opel Zafira nicht gefährlicher als mit einem Diesel oder Benziner des gleichen Typs. Das ergab ein Crash-Test des ADAC nach dem bekannten Euro-NCAP-Schema. Der Testwagen erreichte 9 von 16 Punkten, lediglich 1 Punkt weniger als der Benziner. Beim Seiten-Crash erreichten beide Versionen das Maximum von 16 Punkten.

Allerdings steigt das Verletzungsrisiko der Insassen durch das höhere Gewicht der Erdgasausstattung und der damit verbundenen grösseren Deformation der Fahrgastzelle leicht an. Insbesondere im Aufprallbereich der Knie für Fahrer und Beifahrer zeigen sich etwas höhere Belastungen.

Der Test zeigte auch, dass die weit verbreiteten Ängste vor einer unfallbedingten Gasexplosion völlig unbegründet sind: Trotz eines Aufpralls mit Tempo 64 km/h wurde das gesamte Gassystem nicht beschädigt. Die vier am Fahrzeugboden auf beiden Seiten der Hinterachse angebrachten Gasflaschen sind durch einen robusten Metallkäfig optimal geschützt. Auch das Leitungssystem blieb völlig unbeschädigt; die Leitungen sind so flexibel konstruiert, dass sie bei einer Kollision zerstörungsfrei verbogen werden.

Sicherheitssysteme funktionieren

Anhand einer mit Stickstoff durchgeführten Dichtheitsprüfung konnten die Tester vom ADAC auch nachweisen, dass sämtliche Leitungen und Verbindungsstücke durch die Aktivierung elektromagnetischer Absperrventile dicht hielten. Auch der Druckminderer, der durch die Verschiebung des Motorblocks deformiert wurde, blieb intakt.

Doch der ADAC liess es nicht beim Crash-Test bewenden. Unfälle mit Brandentwicklung sind zwar äusserst selten, aber dennoch wurde der Opel Zafira CNG auch in Brand gesetzt - und zwar mit prall gefüllten Gastanks.

Die Löschdienste standen in Bereitschaft, mussten aber nicht eingreifen: Die Explosion blieb aus, alle Sicherheitssysteme funktionierten. Das Gas konnte kontrolliert entweichen und abbrennen, und es kam nicht zu einer gefährlichen Erhöhung des Drucks in den Tanks. Zu keiner Zeit bestand ein Explosionsrisiko."


Was bringt die Zukunft


Die Zukunft wird vor allem auf dem Fahrzeugsektor einige Neuerungen bringen. Einerseits werden bereits jetzt immer mehr Leichtmetalle, vor allem Magnesium- und Aluminium-Legierungen, verwendet. Dies kann zu einem gefährlichen Metallbrand und beim Löschen mit Wasser zu Freisetzung von Wasserstoffgas führen.
Auch die als Zukunftsenergie stark in Diskussion stehende Wasserstofftechnologie könnte in Personenkraftwagen eingesetzt werden. Dabei müsste tiefgekühlter, verflüssigter Wasserstoff in einem Behälter verwendet werden, was im Ernstfall sicher Probleme bringen würde.

Hinweise zu Einsätzen an Erdgasfahrzeugen


Was tun bei Erdgasfahrzeugen - wenn Störungen, Brand oder Gasgeruch gemeldet wird?
Die erforderlichen Maßnahmen bei Gasaustritt richten sich danach, ob Erdgas im Freien, im Auto oder in Gebäuden, brennend oder nicht brennend, austritt. Die Vorgehensweise ergibt sich aus der jeweiligen Situation.

Unkontrollierter Gasaustritt am Erdgasfahrzeug - nicht brennend

  • Motor abstellen
  • Menschen aus Gefahrenbereich entfernen
  • Auto nicht starten! Ggf. durch schieben aus Gebäuden/Hallen entfernen.
  • Fahrzeugtüren, Motor- u. Kofferraumabdeckung öffnen
  • Gefahrenbereich weiträumig absperren und sichern
  • Gaskonzentration messen (auf wechselnde Windrichtungen achten)
  • Gas ausströmen lassen
  • Für Querlüftung sorgen (Erdgas "verblasen")
  • Gasansammlungen in Hohlräumen (Innenraum, Motorraum, Kofferraum, Radkästen)beachten
  • Zündquellen vermeiden
  • Fahrzeug ggf. kühlen
  • Wenn gefahrlos möglich, die Absperreinrichtung(en) der Tanks schließen.
  • Das Fahrzeug darf nur durch fach- und sachkundige Werkstätten wieder in Betrieb gesetzt werden.


Gasaustritt am Erdgasfahrzeug - brennend

Da der überwiegende Teil der Erdgasfahrzeuge bivalent ist und Benzin mit sich führt, sind die Sicherheitsanforderungen für Benzinfahrzeuge mit zu beachten!

  • Menschen aus Gefahrenbereich entfernen
  • Motor/Zündung abstellen, falls möglich
  • gefährdete Fahrzeugbereiche kühlen
  • gefährdete Umgebung kühlen
  • Löschen nur zur Rettung von Menschen oder hochwertiger Güter. In diesem Fall das Erdgas "verblasen"!