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Einsatzhygiene


Die "Einsatzhygiene" umfasst allgemeine Schutzmaßnahmen, die

  • bei jedem Einsatz
  • von jedem Feuerwehrmitglied
  • selbständig


durchzuführen sind.



Insbesondere bei

  • Brandeinsätzen,
  • Einsätzen mit radioaktiven Stoffen (A),
  • Einsätzen mit biologischen Arbeitsstoffen (B),
  • Einsätzen mit chemischen Stoffen (C)


werden die Einsatzkräfte mit den verschiedensten toxischen oder anderweitig gefährlichen Stoffen konfrontiert.

Dabei gilt der Grundsatz, dass eine Kontamination nach Möglichkeit zu vermeiden und eine Inkorporation auszuschließen ist.

Während durch geeignete Einsatz- und Schutzkleidung ein effektiver Schutz gegen die Gefahren der Hautkontamination und der Inkorporation möglich ist, sind die Außenseiten der Schutzkleidung sowie die eingesetzten Geräte einer erheblichen Kontaminationsgefahr ausgesetzt.

Zur Vermeidung einer Kontaminationsverschleppung müssen daher geeignete Dekontaminationsmaßnahmen vorbereitet und durchgeführt werden. Erst dann ist ein gefahrloses Ablegen der getragenen Schutzkleidung möglich.

Die lückenlose Durchführung nachfolgender Maßnahmen zum Schutz der Einsatzkräfte unbedingt notwendig, auch wenn im Schadstoffeinsatz eine Standard-DEKO am Deko-Platz erfolgt!

Beim "normalen" Brandeinsatz ist das Dekontaminationsproblem noch mit relativ einfachen Mitteln zu lösen:
Vor und während der Anfahrt:

  • Tabakwaren, Nahrungsmittel und persönliche Gegenstände (z.B. Ausweis, Geldbörse, Schmuck) nicht in den Einsatz mitnehmen
  • soweit möglich private Kleidungsstücke ablegen
  • mit Wunden oder Hautkrankheiten keine Tätigkeiten mit Kontaminationsgefahr ausführen


An der Einsatzstelle:

  • Schutzausrüstung korrekt tragen (vgl. Schutzstufe 1)
  • direkten Kontakt mit Schadstoffen aller Art (Gefahrgüter, Gaswolken, Brandrückstände,...) sowie mit Blut, Leichen und Kadavern vermeiden
  • Reinigung von Gesicht, Händen und möglicherweise kontaminierten Körperstellen noch an der Einsatzstelle
  • nach Kontakt mit biologischen Gefahrstoffen sowie mit Blut, Leichen und Kadavern Desinfektion durchführen
  • VERSCHLEPPUNG VON SCHADSTOFFEN VERMEIDEN
  • eigene Kontamination beim Ablegen der Schutzausrüstung vermeiden
  • verschmutzte Schutzjacken, Handschuhe, Einsatzbekleidung bereits am Einsatzort dicht verpacken (z.B. in Kunststoffsäcken)
  • Verunreinigung der Fahrzeuginnenräume verhindern
  • Bis zur Reinigung NICHT ESSEN, NICHT TRINKEN, NICHT RAUCHEN !



Auch bei Aufräumarbeiten (z.B. nach Abschluss der Brandbekämpfung oder bei den Arbeiten zur Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft) besteht noch ein Kontaminations- und Inkorporationsrisiko!

Nach Einsatzende bzw. im Feuerwehrhaus:

  • kontaminierte Kleidung - nötigenfalls auch Unterwäsche - ablegen!
  • bei Verdacht auf gesundheitsgefährliche Kontamination (Gefahrgüter, Gaswolken, Brandrückstände, Blut, Leichen...)
  • Reinigung der kontaminierten Kleidung nicht im Privatbereich
  • kontaminierte Kleidung im Zweifelsfall entsorgen
  • ärztliche Untersuchung erwägen
  • gründliche Körperreinigung (Duschen, Hautpflege)


Begriffe

Hygiene
ist die Lehre von der Erhaltung und Förderung der Gesundheit sowie von der Vorbeugung von Krankheiten.

Kontamination
ist eine Verunreinigung von Personen, Kleidung, Gegenständen und Räumen bzw.der Umwelt durch Schadstoffe.

Dekontamination
bedeutet, die Verunreinigung der Oberflächen von Personen, Ausrüstung oder Geräten mit Schadstoffen zu beseitigen oder zu verringern.
Abkürzung: "DEKO"

Inkorporation
ist die Aufnahme von Schadstoffen in den Körper.
Dies kann durch Einatmen (Inhalation), Verschlucken (Ingestion), über die intakte Haut (Hautresorption) und auch durch Wunden erfolgen.